Unsere Anlage befindet sich in 44652 Herne an der Eintrachtstraße. Sie liegt im Sportpark am Dorneburger Bach.
Der Verein ist dem Stadtverband der Gartenfreunde Herne-Wanne e.V.
angeschlossen. Mit 38 Parzellen gehört der KGV Wanne-Süd e.V. zu den kleineren Anlagen in unserer Stadt und besteht seid 1950. Das Vereinsheim, welches dem Verein gehört, kann für kleinere Feiern
auch gemietet werden.
Chronik des Kleingärtner-Verein Wanne-Süd e.V.
Wie alles begann:
Der Begriff Kleingarten ist mehr als ein Wirtschaftsgarten von geringer Fläche zur Selbstversorgung. Seine Ursprünge liegen möglicherweise in den mittelalterlichen Festungs- und Bürgergärten, die überwiegend gewerblich genutzt wurden.
Im 19. Jahrhundert entstanden in Deutschland im Zuge der Industrialisierung die ersten Gartenbewegungen. Darunter fallen die vom Roten Kreuz eingerichteten Gärten, die den Arbeiterfamilien der Großstädte die Möglichkeit zur Deckung des Eigenbedarfs an Gemüse und Obst schaffen sollten. Zu dieser Zeit entwickelten sich unter der Leitung des Leipziger Arztes Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808-1861) die sogenannten Erziehungsvereine, die neben medizinisch- hygienischen auch sozialpolitische und religiöse Ziele verfolgten. 1869 entstanden die ersten Schrebergärten. Sie sind dem Herrn Schreber und seinem ehemaligen Berufskollegen und Wegbegleiter Hauschild zuzuschreiben.
In Herner und Wanne-Eickel geht der organisierte Kleingartenbau auf den Stadtamtmann Weiberg und den Schuldirektor Schumacher zurück. Auf deren Initiative hin gründete sich 1915 der Wanner Gartenbauverein. 1933 bildeten sich als Vorläufer der beiden Stadtverbände die Stadtgruppen Herne und Wanne-Eickel, die sich 1978 zum heutigen Stadtverband zusammen-schlossen.
Und nun zu unserem Kleingartenverein:
In den Jahren 1949/1950 befand sich der Park Wanner-Süd in einem ziemlich verwahrlosten Zustand. Der Volksmund nannte diese Fläche „Hundewiese“. Dies änderte sich, denn der Stadtrat um den damaligen Bürgermeister Edmund Weber beschloss einen Sportplatz zu bauen. Der Sportplatz verlief entlang einer bunten Schar von Kleingärten. Wann diese „wilden“ Kleingärten entstanden sind, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.
Diese Kleingärtner wollten sich organisieren und Bestandsschutz für ihre Gärten erlangen. Sie wandten sich an den Stadtverband Wanne und baten um Hilfe.
So trafen sich am 26.03.1950 Kleingärtner und Vertreter des Stadtverbandes und gründeten einen Kleingarten, Kleingärtnerverein Wanne-Süd. Da die Gärten ja bereits vorhanden waren, sollte an dem Zuschnitt der Parzellen auch nichts geändert werden. Lediglich das Grabeland wurde in drei Parzellen aufgeteilt. Diese Fläche wurde vom Gartenbau und Friedhofsamt verwaltet und der Kleingartenanlage nach längerem Streit zu geschieden.
Die Gartenparzellen existierten zwar waren aber auf Grund der Kriegsfolgen nicht bearbeitbar. Es mussten Bombentrichter verfüllt und Mutterboden bereitgestellt werden. Der notwendige Mutterboden wurde von der „Hundewiese“, also aus dem Park Wanne-Süd besorgt. Erst 1952 waren alle Parzellen bearbeitbar und vollständig vergeben.
Die nächste Versammlung fand am 01.04.1951 in der Gaststätte Reinert statt, die fortan das Vereinslokal wurde. Der monatliche Beitrag wurde auf 50 Pfennig die Aufnahmegebühr auf 2 DM festgeschrieben.
Im September 1951 wurden die Parzellen vermessen. Die ermittelten Parzellengrößen gelten noch heute.
Im November 1951 bestand zum ersten Mal eine durchgehende Wasserleitung an der alle Parzellen angeschlossen waren. Für die Finanzierung des Wasseranschlusses bekam jeder Pächter einen Zuschuss von der Stadt in Höhe von 250 DM.
Am 05.09.1954 wurde der Beschluss gefasst ein eigenes Vereinsheim zu bauen. Über die Finanzierung des Vereinsheimes gibt es keine Hinweise mehr. Lediglich der Beschluss zum Erwerb einer Vollausschankkonzession liegt noch vor. Die erste Mitgliederversammlung im neuen Vereinsheim fand am 04.09.1955 statt.
Der Kleingartenverein wurde am 28.05.1957 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Wanne eingetragen und trägt nun den Zusatz e.V.
1959 erteilte die Stadt Wanne-Eickel die Erlaubnis, eine Gaststätte als Bewirtschaftungsbetrieb im Vereinsheim einzurichten. Am 22.03.1960 begann man mit dem Umbau.
Mit der Vollausschankkonzession kam der Wunsch auf, das Vereinsheim um den Bau einer Wohnung zu vergrößern, in die der Wirt einziehen könnte. Im Juli 1968 war Baubeginn, im Dezember 1969 fand die Rohbauabnahme und im April 1971 die Schlussabnahme statt. Da weder das Vereinsheim, noch die anliegende Wohnung auf Flächen des Generalpachtvertrages des Stadtverbandes Wanne lagen, wurde mit der Stadt ein Erbbaurechtsvertrag über das bebaute Flurstück am 02. Juni 1969 abgeschlossen. Das Vereinsheim und der Anbau sind somit Eigentum unseres Kleingartenvereines. Finanziert wurde die Gesamtmaßnahme durch Baukredite. Die Brauerei Hülsmann stellte einen Kredit über 10.000 DM und die Herner Sparkasse einen Bankkredit in Höhe von 22.000 DM zur Verfügung . Außerdem beteiligten sich 6 Pächtern mit Eigenmittel in Höhe von jeweils 1.100 DM. Die Kredite sind inzwischen alle getilgt.
In der Jahreshauptversammlung vom 21.01.1974 erhielten die Gartenfrauen und Ehepartner das Stimmrecht in unserem Verein.
Die Uferböschungen des Dorneburger Mühlenbaches verliefen auf dem gleichen Niveau wie unsere Kleingärten. Zur Abwehr von Eindringlingen stimmte die Emschergenossenschaft dem Bau eines 1 m hohen Drahtzaunes als Grenzbefestigung zu. Die Kosten wurden auf die Pächter umgelegt. Der Zaun ist Eigentum des Kleingartens und wurde am 01.12.1974 in Betrieb genommen. 1975 fiel die Feier zum 25jährigen Vereinsjubiläum aus. Es war kein Geld da.
Am 20.01.1978 wurden die Gartenlauben an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Hierfür mussten die Pächter einen Betrag von je 140 DM bereitstellen.
Die alte gestückelte und immer wieder undichte Wasserleitung wurde im März 1978 neu verlegt und in Betrieb genommen. Der Stadtverband Wanne finanzierte einen Teil der Kosten. Die Pächter mussten zusätzlich jeweils 70 DM Eigenkapital einbringen.
Am 07.03.1986 wurde mit den Vorarbeiten zur Zaunerneuerung zwischen dem Dorneburger Mühlenbach und der Kleingartenanlage begonnen. Es wurde ein 2 m hoher Maschendrahtzaun mit Stacheldraht als oberer Zaunabschluss aufgestellt.
Das Material wurde von der Emschergenossenschaft (EG) gestiftet. Die Arbeitsleistung wurde über Gemeinschaftsstunden abgerechnet.
Die Hauptwasserleitung in unserer Kleingartenanlage war wieder undicht. Der Wasserschwund war zu groß. In den Monaten Februar/März 1987 wurde eine neue Leitung aus Kunststoffrohren mit neuen Wasserschächten, in denen auch die Wasseruhren zentral untergebracht wurden, verlegt.
Die Stadt teilte uns am 07.12.1987 mit, dass im nächsten Jahr mit dem Bau der Brücke im Bereich des Grabelandes begonnen werde. Der Baubeginn war dann 25 Jahre später.
Unsere Kleingartenanlage wurde mehrmals vom Hochwasser des Dorneburger Mühlenbaches überflutet. Zwecks Gefahrenabwehr erhöhte die EG die Böschungen im Januar 1989 um ca. 1,00 Meter.
Da unsere Gaststätte den Betrieb eingestellt hatte wurde die Vereinsheimwohnung als Mietobjekt angeboten. Der Stadtverband wollte hier seine neue Geschäftsstelle errichten. Am 09.03.1992 wurde dieses Vorhaben mit Mitgliederbeschluss zurückgewiesen.
Die Kleingartenanlage sollte vollständig überplant werden und dem Bau eines Regenrückhaltebeckens weichen. Wir haben uns gewehrt. So teilte uns die Stadt Herne 07.06.1993 mit, dass dieses Vorhaben aus wassertechnischer Sicht nicht mehr notwendig sei. Die Kleingartenanlage ist nun planrechtlich gesichert (Bebauungsplan „Dorneburger Mühlenbach“).
Der alte Holzzaun entlang unserer Hauptwege wurde erneuert. Es wurden Holzlatten auf Querriegel aufgenagelt und an den alten Betonpfosten wieder angeschraubt. Die Gartentore wurden ebenfalls erneuert. Die Arbeiten wurden im Februar/März 1994 durchgeführt. Der Stadtverband beteiligte sich mit einem Zuschuss in Höhe von 3.000 DM. Jeder Pächter musste eine Umlage in Höhe von 100 DM zahlen.
Am 20.01.1999 wurden in den Gärten entlang unseres Hauptweges ein Beweissicherungsverfahren, im Vorlauf der Baumaßnahme „Bau eines Regenreckhaltebeckens“, durchgeführt. Die Stadt Herne verlängerte den Erbbaurechtsvertrag am 17.10.1999 um weitere 30 Jahre. Das 50jährige Vereinsjubiläum wurde an zwei Tagen im Rahmen des Gartenfestes im Juni 2000 gefeiert.
Am 24.10.2000 begann die EG mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens. Der Kleingarten teilte der EG unsere Entschädigungsforderungen mit. Rein rechtlich hatte der KGV keinen Anspruch auf Entschädigungen. Daraufhin bot die EG an, die Kosten und den Bau einer Abwassersammelleitung, einschließlich Übergangsschacht mit Rückstauklappe und von 8 Revisionsschächten, zu übernehmen. Ferner sollten die Parzellen 33 bis 38 ebenfalls an die öffentliche Entwässerung angeschlossen werden. Die Materialkosten gingen zu Lasten der Vereinskasse. Der Übergabeschacht in der Straße „Am Weustenbusch“ finanzierte der Stadtverband. Die Baukosten für beide Maßnahmen übernahm die EG. Die Stichleitungen von den Revisionsschächten bis zu den Gartenlauben wurde in Eigenleistungen erbracht. Die Materialkosten, 60 € pro Parzelle, gingen zu Lasten der Kleingärtner.
Zum Abschluss der Bauarbeiten, am 27.08.2002, errichtete die EG entlang der Hauptwege einen Stahlmattenzaun von 1,20 m Höhe, einschließlich neuer Gartentore. Alle baulichen Eingriffe in die Kleingartenanlage wurden beseitigt.
Im Januar 2004 wurde das ehemalige Vorstandszimmer im Vereinsheim in eine neue Küche umgebaut. Der Durchgang zur Vereinsheimwohnung wurde dauerhaft geschlossen. Das Vereinsheim und die Toilettenanlagen wurden von Grund auf saniert. Die Arbeiten endeten Anfang Juni 2004.
Im Vereinsheim wurden im Februar 2008 neue Fenster eingebaut.
Im Mai 2019 wurde die marode Heizungsanlage vollständig erneuert. Die Kosten betrugen knapp 10.000 € und wurden aus der Vereinskasse finanziert.
Im Dezember 2021 meldete unsere damalige Mieterin, einen Wassereinbruch im Flur ihrer Wohnung. Der Wasserschaden wurde sofort repariert und mit der Gebäudeversicherung abgerechnet. Anschließend forderte sie wegen starken Schimmelbefalls ihrer Wohnung erhebliche Entschädigungszahlungen vom Kleingartenverein. Sie stellte die Mietzahlungen ein. Nach Gut.- und Gegengutachten und anwaltlicher Beratung zog die Mieterin Ende Mai 2022 aus der Wohnung aus. Bevor die Wohnung wieder vermietet werden konnte, sollte eine Grundsanierung stattfinden. Diese wurde in Absprache mit dem neuen Mieter gemeinsam durchgeführt. Letztendlich sind für den Kleingartenverein an Mietausfallkosten, Anwalts.- und Streitkosten, sowie für die Renovierung der Wohnung, Kosten in Höhe von ca. 16.000 € angefallen. Das wurde alles aus der Vereinskasse bezahlt.
Am 19.02.2024 erhielt unser Vereinsheim neu Tische und Stühle. Die Kosten betrugen 3181,99 €, bezahlt aus der Vereinskasse.
Da mehrmals in einem relativ kurzen Abstand bei uns in das Vereinsheim eingebrochen wurde und wir Sorge hatten den Versicherungsschutz für das Inventar zu verlieren, wurden vor die Fenster am 15.07.2024 Stahlgitter eingebaut. Die Kosten betrugen satte 5.355 €, ebenfalls aus der Vereinskasse bezahlt.
Das 75jährige Vereinsjubiläum wurde als Ersatz für das Herbstfest am 25.10.2025 gefeiert. Speisen, Getränke und gute Laune waren für die Mitglieder kostenfrei und wurden aus der Vereinskasse finanziert. Wir streben nun geduldig und voller Demut dem 100jährigen Jubiläum entgegen.
Der Chronist
Robert Gniazdowski
Quellenangabe:
Internetauftritt des Stadtverbandes
Stadtarchiv der Stadt Herne
Niederschriften des Kleingärtner-Verein Wanne-Süd e.V.
Stand 2025
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